Warum in die Ferne schweifen... es gibt Tausende schöner Rennrad-Routen fast vor der Haustür. Mitten in Deutschland liegt eine Region, die nahezu jedem bekannt ist und die doch nur wenige wirklich kennen. Die meisten durchqueren das hessische Bergland in Eile ohne sich die vielen reizvollen Orte näher anzusehen, dabei gehört diese Gegend zu den wenigen Ferienlandschaften, die unbedingt besuchenswert aber nicht überlaufen sind.
Diese Region vom Rad aus näher kennenzulernen, war das Ziel von 14 Radsportlern der DJK Buchholz die am 22. August zu ihrer diesjährigen Mehrtagesfahrt aufbrachen.
| Doch um zu den hessischen Bergen zu gelangen, mußten zuerst die Höhen des Westerwaldes überquert werden. Dank der hochsommerlichen Temperaturen erwies sich dies schon gleich am ersten Tag als äußerst schweißtreibende Anstrengung. Der vielbesungene Wind, der über die Höhen des Westerwaldes pfeift, hätte an diesem Tag eine angenehme Abkühlung gebracht, fehlte jedoch. Nach 103 KM war der erste Etappenort Dillenburg erreicht. |
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Die Kreisstadt inmitten der waldigen Hügel zwischen Westerwald und Rothaargebirge verfügt über eine große Zahl alter Fachwerkbauten und bei einer Stadtführung wurden die Buchholzer Radsportler in die lebhafte Vergangenheit der alten Oranier-Stadt eingeweiht.
Aufgrund der südländischen Temperaturen startete die Gruppe am nächsten Morgen bereits eine Stunde früher als vorgesehen, denn immerhin waren 130 km bis Fritzlar zu bewältigen.
Auf dem Weg über verkehrsarme Straßen erhielten die Radsportler zahllose Eindrücke von einer herrlichen Landschaft, man fuhr durch kleine Orte, die mit ihren vielen gepflegten Fachwerkhäusern- und höfen einen typischen Eindruck von Hessen hinterließen.
Frankenberg, wo eines der schönsten Rathäuser im ganzen Hessenland steht, lud zu einer kurzen Stipvisite und Verschnaufpause ein. Die Fahrt ging weiter durch das Edertal, vorbei an der dort größten Sehenswürdigkeit, der Edertalsperre. Ein Sprung ins kühle Nass wäre an dieser Stelle sehr verlockend gewesen. Doch das Etappenziel Fritzlar rief und nach einem Abstecher in das Waldecker Land mit Blick auf die Burg Waldeck, trafen auch alle wohlbe-halten dort ein. Ein Stadtführung in diesem mittelalterlichen Städtchen , das rund um seinen Marktplatz eines der eindrucksvollsten Städtebilder Deutschlands besitzt, war ein weiterer gelungener Programmpunkt. Die abendlichen Temperaturen wähnten jedem im Süden Italiens oder Spaniens, doch am nächsten Morgen hieß es wieder früh aufstehen, 124 km bis zum nächsten Etappenziel Alsfeld lagen vor den Bikern. Auch dieser Tag war wieder geprägt von herrlichen Abfahrten, denen tückische Anstiege folgten, die meisten Höhenmeter mußten unter glühender Sonne"erkämpft" werden. Ein kurzer Abstecher, in der sehenswerten Stadt Melsungen unterbrach die Etappe am Vormittag. Doch dann folgten die Bergetappen durch das Knüllgebirge bis Schwarzenborn. Hessen ist das waldreichste Bundesland und die Strecken durch Waldstücke waren sehr willkommen, spendeten sie doch Schatten und etwas Abkühlung.
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Aber auch diese Etappe wurde von allen gemeistert und am Nachmittag war das Ziel in Alsfeld erreicht. Alsfeld hat bis heute seinen mittelalterlichen Charakter bewahrt und hier wurden die DJK-Radsportler nach der Anstrengung des Tages auch extra belohnt. Ein besonderer Stadtrundgang wartete auf sie, er zeigte nicht nur die Schönheiten der Altstadt, die alleine schon eine einzige Sehenswürdigkeit ist. |
Auch die kulinarischen Spezialitäten der Region der Schwalm wurden hier den Gästen in verschiedenen Lokalen angeboten.
Die 4. Etappe am Samstag sollte die Königsetappe sein, ursprünglich wegen der Distanz von 151 km, hinzu gesellten sich aber auch die Temperaturen, die an diesem Tag in schwindel-erregende Höhen kletterten. Gleich zu Beginn der Tagesetappe folgte ein Anstieg dem nächsten und spätestens zu diesem Zeitpunkt wußte jeder, daß das hessische Bergland seinen Namen völlig zu Recht trägt. Mehrere Höhenzüge, Vogelsberg, Taunus und Westerwald mußten an diesem Tag überquert werden. Nach jeweils 40 KM wurden Pausen eingelegt um die leeren Trinkflaschen wieder zu füllen, denn regelmäßiges Trinken war bei diesen Temperaturen oberstes Gebot.
Am Nachmittag war die Königsetappe bezwungen, der Zielort Haiger erreicht und nach kühler Dusche und kühlen Getränken hatten sich alle schnell regeneriert.
Wilfried Borens, der diese Tour in einer Kombination von Sport u. Kultur bestens organisiert hatte, führte seine Vereinskameraden vorwiegend über verkehrsarme Strecken und Seitenstraßen. Gerade dort war oft fast unberührt wirkende Natur zu erblicken, weite Wälder, kleine Flüsse und Stauseen.
Das hessische Bergland ist ein Land für Wanderer und nun auch für die Radfahrer, die auch auf das Erlebnis von etwas alpinen Ansprüchen nicht ganz verzichten wollen.
Die Heimfahrt nach Buchholz führte dann zurück durch den Westerwald. Den meisten war die Strecke bekannt, da sie teilweise identisch war mit der Buchholzer Super-Cup-Strecke von 1999. Vorbei am Wiesensee ging es nach Westerburg, entlang des Dreifelder Weihers bis Hachenburg. Hier trafen die Etappenfahrer auf 4 Buchholzer Vereinskameraden, die der heimkehrenden Truppe entgegengefahren waren, um sie auf der letzten Etappe nach Hause zu begleiten. Über Altenkirchen und Mehren kehrte die Gruppe am frühen Nachmittag wieder zurück nach Buchholz, wo ihr von einigen Daheimgebliebenen ein beeindruckender Empfang bereitet wurde.
Nach 630 KM und scheinbar ungezählten Höhenmetern (es waren genau 6582 HM) wird diese Mehrtagesfahrt allen Teilnehmern als anspruchsvolle, aber wegen der Kameradschaft vor allem als unvergleichlich schöne Tour in Erinnerung bleiben.
Zum guten Gelingen der Tour waren aber nicht alleine die gute Organisation, schönes Wetter und die gute Laune der Teilnehmer verantwortlich. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leistete der Fahrer des Begleitwagens, der die Truppe mit einer hervorragenden Betreuung und Verpflegung auf allen Etappen optimal versorgte und immer hilfreich zur Stelle war.
| Den Besuch im Hessenland machten:
Betreuer: Bernd Solscheid |
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